Forschungsschwerpunkt Kohlehydratmalabsorption

 

 
                      A.o. Univ.-Prof. Dr. Heinz Hammer       OA Dr.  Franziska Baumann-Durchschein
                         heinz.hammer@medunigraz.at             franziska.durchschein@medunigraz.at

 

Klinischer Hintergrund

 
Symptome durch Kohlehydratmalabsorption (am bekanntesten sind die Laktosemalabsorption und die inkomplette Fruktoseabsorption) gehören zu den häufigsten gastrointestinalen Erkrankungen. So liegt beispielsweise die Prävalenz der Laktosemalabsorption im Süden Österreichs bei 20%. Seltenere Ursachen sind Erkrankungen des Pankreas oder des Dünndarms die in einer Malabsorption oder Maldigestion resultieren. 
 
Kohlehydrate erreichen aber auch bei gesunden Verdauungsprozessen (Dünndarm und Pankreas) das Kolon, wenn diese Kohlehydrate physiologischerweise inkomplett verdaut werden, wie es für Stärkeprodukte, Ballaststoffe oder Zuckeralkohole der Fall ist. 
 
Schließlich gibt es Therapieformen, die eine Kohlehydratmalabsorption induzieren, wie z.B. die Verabreichung von Metformin oder Acarbose in der Behandlung des Diabetes mellitus, sowie die Verabreichung von Laktulose. 
 
Symptome entstehen durch den bakteriellen Abbau der malabsorbierten Kohlehydrate im Kolon zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen, und umfassen Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Überschneidungen mit dem Reizdarmsyndrom und mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind bekannt. 
 
Therapeutisch werden die mit der Kohlehydratmalabsorption zusammenhängenden Mechanismen der bakteriellen Fermentation für die „caloric salvage“, die Energiegewinnung durch Aufnahme von kurzkettigen Fettsäuren im Darm genutzt.  
 
Diagnostisch wird der bakterielle Metabolismus für den H2 Atemtest, zum Nachweis der Kohlehydratmalabsorption verwendet.
  
 
 

Wissenschaftliche und klinische Schwerpunkte

 
I) Science in Arbeit (Durchschein, Hammer)
 
  1. Evaluation des Zusammenhangs zwischen Kohlehydratmalabsorption und Symptomen bei Patienten mit Laktosemalabsorption und inkompletter Fruktoseabsorption (Diplomarbeit: stud. med. Christoph Papula)
  2. Prävalenz der Trehalosemalabsorption und Trehaloseintoleranz bei Patienten mit Blähungen und Bauchschmerzen
  3. FODMAP-Stufendiät: Proof of concept - Studie (Auer, Eisenberger, Hammer HF, Durchschein, Hammer J)
 
 
II) Science in Vorbereitung  (mit Kooperationspartner FH Joanneum, Med. Uni Wien)
 
  1. FODMAP bei RDS und functional bloating – Bevölkerungsstudie (Auer, Eisenberger, Hammer HF, Durchschein, Hammer J)
  
 
III) Science in Planung (Durchschein, Hammer)
 
  1. Non-celiac Glutenintoleranz
  2. FODMAP Diät bei CED: Zusammenhang mit Krankheitsursache, Organbefall und Mikrobiom
  
 
IV) Klinische Routine in Planung (Eisenberger, Hammer, Durchschein; Kooperationspartner Arbeitskreis FODMAP, Verband der Diätologen Österreichs)
 
  1. Ersatz der „Schonkost“ durch FODMAP in KAGes Häusern 
 
 

Wichtigste rezente Arbeiten

 
Wissenschaftliche Artikel
 

Hammer HF. Pancreatic exocrine insufficiency: diagnostic evaluation and replacement therapy with pancreatic enzymes. Digestive Diseases 2010 :28:339-343

Hammer HF. Medical complications of bariatric surgery: focus on malabsorption and dumping syndrome. Digestive Diseases 2012;30:182-6

Hammer HF, Hammer J. Diarrhea caused by carbohydrate malabsorption. Gastroenterol Clin N Am 2012:41:611-27

Komericki P, Akkilic-Materna M, Strimitzer T, Weyermair K, Hammer HF, Aberer W. Oral xylose isomerase decreases breath hydrogen excretion and improves gastrointestinal symptoms in fructose malabsorption - a double-blind, placebo-controlled study. Aliment. Pharmacol. Ther. 2012; 36(10): 980-987.

   
Buchbeiträge
 

Högenauer C, Hammer HF. Malabsorption. In: Sleisenger and Fordtran’s Gastrointestinal and Liver Diseases, 10. ed, (2016)

   
Herausgabe von Büchern, Guest Editorship
 

Guest Editor: “Chronic Diarrhea“, Gastroenterology Clinics of North America 2012, 41,3. ISSN 0889-8553

Letzte Aktualisierung: 24.03.2017