Häufige Fragen - FAQs

​1) Was sind die häufigsten Krebsarten in Österreich?

Krebs ist nach den Herz- / Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Österreich. Jährlich erkranken nach Angabe der Statistik Austria ca. 35.000 Menschen in Österreich neu an Krebs. Im Jahre 2002 starben rund 18.600 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung. Die häufigste Krebsart beim Mann ist der Prostatakrebs, gefolgt von Lungen- und Dickdarmkrebs. Frauen erkranken besonders häufig an Brustkrebs sowie an Dickdarmkrebs. Bei den Frauen hat sich in den letzten Jahren das Risiko an einem Lungenkrebs zu erkranken – und auch daran zu versterben – dramatisch erhöht. Die Ursache dafür: Immer mehr Frauen rauchen!
 

2) Wodurch entsteht Krebs?

Krebs ist kein einheitliches Krankheitsbild. Hinter diesem Begriff werden mehr als 100 verschiedene bösartige Erkrankungen zusammengefasst. Krebs entsteht, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, diese Veränderungen nicht mehr repariert und die Erbinformation dadurch verfälscht werden. Diese Veränderungen können durch UVStrahlen, Zigarettenrauch, Chemikalien, Virusinfektionen, einen erhöhten Alkoholgenuss, eine falsche Ernährung oder aufgrund einer erblichen Veranlagung ausgelöst werden. Meist sind mehrere Faktoren für die Entstehung einer Krebserkrankung verantwortlich.
 

3) Ist Krebs eine ansteckende Erkrankung?

Krebs ist keine ansteckende Erkrankung und kann daher nicht auf einen anderen Menschen übertragen werden. Davon abzugrenzen sind ganz bestimmte Viruserkrankungen, die ein erhöhtes Krebsrisiko zur Folge haben (z.B. Humanes Papillomvirus als Risikofaktor für einen Gebärmutterhalskrebs oder eine durch Hepatitis C verursachte Leberzirrhose und Leberkrebs)
 

4) Ist Krebs vererbbar?

Krebserkrankungen beruhen auf Veränderungen in den Genen. Bei den meisten Krebsformen treten diese Veränderungen meist erst nach der Geburt auf – sie sind also nicht erblich bedingt. Lediglich in einem ganz geringen Prozentsatz der Fälle (5 – 10 %) beruht die Krebserkrankung auf einer angeborenen, genetischen Veranlagung. In den betroffenen Familien tritt eine Krebserkrankung in jeder Generation – und schon in jungen Jahren – auf. Menschen mit einem hohen familiären Risiko sollten sich deshalb intensiv beraten lassen und regelmäßig Vorsorgeuntersuchen in Anspruch nehmen.
 

5) Bin ich schuld, dass ich Krebs habe?

Die Frage „warum gerade ich“ wird von Krebskranken sehr häufig gestellt. Es ist wissenschaftlich klar erwiesen, dass es keine „Krebspersönlichkeit“ gibt. Dies ist umso wichtiger, als der Versuch, die Schuld für die Erkrankung bei sich selbst zu suchen, bzw. an einer einzelnen Ursuche festzumachen, viel Energie und Kraft raubt. Einzelne Faktoren können wir zu einem gewissen Grad beeinflussen (wie z.B. den Lebensstil: vor allem Rauchen, Alkohol oder die Ernährung). Auf andere Komponenten wie Umweltfaktoren oder Vererbung, die bei der Krebsentstehung ebenso wichtig sind, kann oft kein Einfluss genommen werden.
 

6) Wie hoch ist der Einfluss der Ernährung auf eine Krebsentstehung?

Etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen geht auf das Konto einer falschen Ernährung. So ist z.B. das Risiko für eine Prostatakrebserkrankung in Ländern mit hohem Fettkonsum deutlich erhöht. Folgende Empfehlungen sind zu beachten: Fettarme Ernährungsweise vermindert den Risikofaktor Übergewicht (z.B. für Darmkrebs, Brustkrebs), reichlich Obst und Gemüse, Einschränkung der Zufuhr an gepökelten und salzkonservierten Lebensmitteln, geringer Alkoholkonsum, weniger tierische Nahrungsmittel.
 

7) Wann ist Krebs eine heilbare Erkrankung?

Je früher eine Krebserkrankung entdeckt wird, desto höher sind die Chancen einer Heilung. Krebs ist also im Frühstadium heilbar ! Es ist jedoch nicht nur das Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose, sondern auch der Tumortyp für die Möglichkeit einer Heilung entscheidend. Verbesserte Therapiemöglichkeiten im Anschluss an eine Operation, helfen jedoch mit, dass Risiko für das Auftreten von Metastasen zu senken. Sollte es dennoch zu einem Auftreten von Tochtergeschwülsten – sogenannten Fernmetastasen - kommen, lässt sich bei vielen Krebsarten der Krankheitsverlauf mit Medikamenten gut beeinflussen. Eine Möglichkeit einer völligen Gesundung („Heilung“) besteht jedoch meist nicht (Ausnahmen !).
 

8) Was bedeutet der Ausdruck „5 Jahres-Überleben“?

Dieser Ausdruck ist eine statistische Kennzahl für den Prozentsatz von PatientInnen, welche 5 Jahre nach der Diagnose ihrer Krebserkrankung am Leben sind. Dieser Prozentsatz hängt von der Art des Krebses, dem Stadium zum Diagnosezeitpunkt, den Behandlungsmöglichkeiten, Begleiterkrankungen etc. ab. In Wirklichkeit hat aber jeder Patient / jede Patientin seine / ihre individuelle Krankheitsgeschichte, die sich abseits der Statistik entwickeln kann.
 

9) Verursacht eine Chemotherapie immer einen Haarverlust?

Wir haben heute eine Vielzahl von chemotherapeutisch aktiven Substanzen in der Behandlung von Krebserkrankung zur Verfügung. Nicht jede Chemotherapie verursacht sichtbaren Haarverlust. Einige Medikamente führen jedoch zu einem vorübergehenden vollständigen Haarausfall (z.B. Anthrazykline, Taxane). Nach Abschluss der Chemotherapie kommt es wieder zu einem normalen Haarwachstum.
 

10) Ist das Risiko an Krebs zu erkranken in jeder Altersgruppe gleich?

Wie bei allen Krebserkrankungen des Erwachsenen nimmt – abgesehen von wenigen Ausnahmen (z.B. Hodenkrebs) – das Erkrankungsrisiko mit dem Alter zu.
 

11) Wie soll ich mich mit meiner Krebserkrankung richtig ernähren?

Leider gibt es keine spezielle Krebsdiät. Dennoch ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um z.B. die Verträglichkeit der Therapien zu verbessern bzw. den Genesungsprozess zu unterstützen. Richtige Ernährung hilft mit, denn Allgemeinzustand zu verbessern und stärkt das möglicherweise angegriffene Immunsystem. Ausdrücklich muss vor Hungerdiäten gewarnt werden! So lässt sich ein Tumor nicht „aushungern“. Viel mehr führen Hungerdiäten (auch längere Saftkuren) zur weiteren Schwächung des Organismus der Betroffenen. Bei bestehendem Untergewicht helfen spezielle Ernährungsformen wie z.B. hochkalorische Ernährung (Astronautenkost) den Energiebedarf zu decken.
Letzte Aktualisierung: 09.07.2015