Genetische Beratung

Wir bieten unseren PatientInnen bzw. deren Angehörigen auf Wunsch bei bestehendem Verdacht auf eine familiäre (genetische) Veranlagung zu einer Krebserkrankung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Humangenetik eine genetische Beratung und Untersuchung an.
 

Grundlagen

Der Großteil von Krebserkrankungen tritt sporadisch auf. Bei der Entstehung spielen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten (z.B. das Rauchen) eine zentrale Rolle.
Im Gegensatz dazu sind Veränderungen im menschlichen Erbgut nach heutigem Wissen nur für einen sehr geringen Prozentsatz von Krebserkrankungen verantwortlich. 
So wissen wir heute, dass z.B. Brust- und Darmkrebs zu 5-10% genetisch verursacht werden.
 
Ein erhöhtes Risiko besteht bei PatientInnen, die sehr früh (vor dem 35. Lebensjahr) an Krebs erkrankten bzw. in deren Familien gehäuft Krebserkrankungen aufgetreten sind. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Mitglied der Familie an Krebs erkranken muss.
Für die/den betroffene/n Patientin/en kann das Wissen um das Vorliegen einer erblichen Veranlagung zu einer Krebserkrankung wertvoll sein, um durch intensivierte Nachsorgeuntersuchungen ein Wiederauftreten der Erkrankung bzw. ein Zweitkarzinom frühzeitig zu entdecken bzw. zu verhindern. Den gesunden Familienmitgliedern werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen empfohlen, um eine eventuell neu auftretende Krebserkrankung frühzeitig zu entdecken bzw. zu verhindern. In seltenen Ausnahmefällen könnte auch eine vorbeugende Operation empfohlen werden (z.B. die Entfernung des Dickdarmes bei der seltenen familiären adenomatösen Polypose). Andererseits gibt es auch viele Gründe, wenn PatientInnen bzw. deren gesunde Angehörige über ein eventuelles erhöhtes Risiko nicht Bescheid wissen möchten. Diesem Wunsch ist selbstverständlich Rechnung zu tragen.
 
Unsere PatientInnen werden bei Verdacht auf eine vererbbare Krebserkrankung zu einem onkogenetischen Beratungsgespräch eingeladen. Zusammen mit einer Psychoonkologin sowie einem Vertreter des Instituts für Humangenetik werden die PatientInnen über ein eventuell erhöhtes Risiko informiert und gegebenenfalls eine Genanalyse (mittels Blutabnahme) angeboten.
 
In weiterer Folge werden Früherkennungsprogramme für die Betroffenen koordiniert und die weitere psychosoziale Betreuung gestellt.
Letzte Aktualisierung: 16.12.2015