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Adenokarzinom: Bösartiger Schleimhauttumor des Drüsengewebes. Auch Tumore, die wie Drüsen aussehen, können so bezeichnet werden (siehe: Adenom).
 
Adenom: Gutartiger Schleimhauttumor des Drüsengewebes. Adenome können bösartig werden (=Adenokarzinome).
 
Adjuvante (zytostatische) Therapie: Therapie (meistens Chemotherapie), die als Adjuvans eingesetzt wird, nachdem alle sichtbaren Tumore entfernt wurden (meistens durch Operation oder Strahlentherapie). Anwendung zur Verbesserung der Heilungsrate und zur Verhinderung von Metastasen (siehe: neoadjuvante Therapie).
 
Agonist: Substanzen, die an einen Rezeptor binden und dieselben Funktionen haben wie körpereigene Stoffe, die auf den Rezeptor wirken (siehe: Antagonist; Rezeptor).
 
Akupressur: Eine nicht-invasive Form der Akupunktur. Auf die entsprechenden Akupunkturpunkte wird mittels Fingermassage Druck ausgeübt (siehe Akupunktur).
 
Akupunktur: Eine alt-chinesische Therapieform. Die inneren Organe sind mit Punkten in der Haut (Akupunkturpunkte) durch Meridiane verbunden. Die Reizung dieser Punkte kann im entsprechenden Organ oder Gewebe Krankheiten heilen, betäuben oder Schmerzen lindern. Die Punkte werden durch das Einstechen von Nadeln, durch Wärme oder mit elektrischem Strom gereizt. Bei Krebspatienten kann Akupunktur zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt (siehe Akupressur) werden.
 
akut: Beschreibung jedes intensiven Gefühls (zB Schmerzen) oder die Beschreibung einer Krankheit mit plötzlichem Auftreten, schweren Symptomen und kurzer Dauer (siehe: ALL; AML; chronisch).
 
Alkylanzien, Alkylantien: Stoffe, die die DNA zerstören. Sie führen zu einer Vernetzung der beiden Stränge der DNA-Doppelhelix, verhindern somit die Zellteilung und hemmen das Tumorwachstum. Alkylanzien, wie zB Cyclophosphamid, werden in der Chemotherapie verwendet.
 
ALL: Abkürzung für: Akute lymphatische Leukämie (siehe Leukämie).
 
Allogene KMT: Knochenmarktransplantation, bei der der Empfänger Knochenmark eines Spenders erhält (siehe KMT; autologe KMT).
 
Alopezie, Alopecia: Verlust oder Nichtvorhandensein von Haar, kann an jeder haartragenden Stelle, nicht nur am Kopf, auftreten. Die meisten Krebsmittel verursachen eine vorübergehende Alopezie.
 
AML: Abkürzung für: Akute myeloische Leukämie (siehe: Leukämie).
 
Anämie: Verminderte Erythrozytenzahl, Hämoglobinkonzentration und/oder verminderter Hämatokrit im Blut; führt zu einer verminderten Anzahl roter Blutkörperchen und beeinträchtigter Sauerstoffträgerkapazität. Werte unter 10g/100ml verursachen Müdigkeit und Lethargie.
 
Anaplasie: Verlust der normalen Zelleigenschaften. Anaplastisches Gewebe ist schlecht differenziert, zB bei rasch wachsenden bösartigen Tumoren.
 
Angiogenese: Ausbildung von Blutgefäßen, um ein neues Gewebe mit Blut zu versorgen; es kann sich auch um Blutgefäße handeln, die einen Tumor versorgen.
 
Angiosarkom: Sarkom, das von den Blutgefäßen ausgeht.
 
Antagonist: Chemische Substanz, die die Wirkung einer natürlichen chemischen Substanz des Körpers (Hormon, Neurotransmitter) oder eines anderen Medikamentes verhindert. Ein Dopamin Rezeptor-Antagonist verhindert zB die Wirkung von Dopamin am Dopamin-Rezeptor.
Antiemetikum (anti = gegen; emitikos = Erbrechen): Eine Substanz, die Erbrechen verhindert oder lindert.
 
Antigen: Ein Stoff, der als Teil der Immunantwort die Produktion von Antikörpern anregt. Die meisten Antigene sind Bestandteile von Getreidepollen, Tierpelzen, Bakterien oder Viren.
 
Antikörper: Ein Immunglobulin, das von B-Zellen des Immunsystems als Reaktion auf ein Antigen gebildet wird. Im Zuge der Immunantwort bindet er sich spezifisch an das Antigen. Wichtiger Teil der Abwehrmechanismen des Körpers (siehe: monoklonaler Antikörper; Antitumor-Antikörper).
 
Antimetabolit: Substanz, die sich mit zellulären Enzymen verbindet und lebenswichtige Stoffwechselprozesse blockiert oder verändert. Einige zytotoxische Medikamente sind Antimetaboliten.
 
Antitumoraler Antikörper: Antikörper, der gegen einen Bestandteil von Tumorzellen gerichtet ist. Durch das Markieren des Antikörpers mit Radionukliden oder bestimmten chemischen Stoffen werden die Substanzen selektiv zum Tumor geleitet, um ihn zu zerstören oder um diagnostische Verfahren zu unterstützen (siehe: Radionuklid Scanning).
 
Ascites, Aszites: Bauchwassersucht, ein Flüssigkeitsüberschuss in der freien Bauch- oder Peritonealhöhle. Aszites kann bei Herzinsuffizienz, nephrotischem Syndrom oder Leberzirrhose auftreten. Bei Krebspatienten tritt Aszites auf, wenn sich Metastasen von zB Brust-, Lungen- oder Gastrointestinaltumoren an der Oberfläche des Peritoneums anlagern.
 
Astrozytom: Von den Astrozyten abstammendes Gliom, Gehirntumor. Kann langsam wachsen (Grad 1) oder höchst bösartig (Grad 4 oder Glioblastoma multiforme) sein.
 
Atrophie: Rückbildung eines Organs, Gewebes oder des gesamten Körpers.
Autologe KMT (bzw. syngene KMT zwischen eineiigen Zwillingen): Knochenmarktransplantation, bei der das eigene gesunde Knochenmark während einer Remissionsphase entnommen wird und nach der Zerstörung von bösartigem Knochenmark während eines Wiederauftretens der Krankheit transfundiert wird.
 
 
 
Basalzellkarzinom: Langsam wachsender Gesichtstumor – meistens am Rand der Augenlider, Lippen oder Nasenlöcher. Behandlung durch Chirurgie oder Strahlentherapie, meistens bilden sich keine Metastasen. Wird manchmal auch als Ulcus rodens bezeichnet.
 
Bauchspeicheldrüsenkrebs: siehe Pankreaskarzinom.
 
Bence-Jones-Protein: Kleines Protein, eine freie leichte Kette abnormaler Immunglobuline, nachweisbar im Urin bei multiplem Myelom, Lymphomen, Leukämie oder der Hodgkin-Krankheit. [H. Bence-Jones 1814-1873]
 
Benigne, gutartig: Tumor, der nicht bösartig ist ; Zustände oder Störungen, die keine schädliche Wirkung haben.
 
Benzodiazepine: Gruppe von Tranqulizern (zB Diazepam, Temezepam, Lorazepam). Sie werden bei der Chemotherapie zur Beruhigung, einige auch als Antiemetika eingesetzt (vor allem Lorazepam).
 
Bestrahlung: Die Anwendung von elektromagnetischer Strahlung (Alpha-, Beta-, Gamma- oder Röntgenstrahlen) auf eine bestimmte Struktur, meistens zur Krebsbehandlung (siehe: Radiotherapie).
 
Bestrahlungsfeld: Das bei der Radiotherapie der Strahlung ausgesetzte, eingegrenzte Hautfeld. Die Feldgröße ist ein wichtiger Faktor bei der Dosisbestimmung.
 
Biological response modifiers, biologische Tumorabwehrmodulatoren: Wirkstoffe zur Steigerung und Stimulierung der körpereigenen natürlichen biologischen Reaktion auf einen Tumor. Sie wirken meistens auf das Immunsystem, um den immunologischen Angriff auf Tumorzellen zu erhöhen, zB Interleukine und Interferone. Die Verwendung von biological response modifiers ist ein wachsender Bereich in der Krebstherapie.
 
Biopsie: Entnahme einer kleinen Gewebeprobe zur Unterstützung der Diagnoseerstellung.
 
Blasenkrebs, -karzinom: Karzinom der Harnblase. Macht ungefähr 5% aller Krebsarten aus und tritt bei Männern dreimal so häufig auf. Karzinogene Faktoren sind u.a. Nikotin und Kontakt mit Anilinfarbstoffen. Leitsymptom ist die schmerzlose Hämaturie. Früh auftretende Tumore werden mittels Diathermie behandelt, es kommt aber häufig zu einem Wiederauftreten (60%). Auch Chemo- und Strahlentherapie werden eingesetzt. Es kann eine Zystektomie notwendig werden. Die Prognose hängt von Tumorstadium und Therapie ab.
 
Blut-Hirn-Schranke: Beschreibung der Tatsache, dass Kapillaren im Gehirn (im Gegensatz zum restlichen Körper) für große Moleküle undurchdringbar sind. Es entsteht daher eine Schutzschranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, die das Übertreten vieler Substanzen vom Blut in das Gehirn verhindert.
 
Brachytherapie: Strahlentherapie, bei der einen kleine radioaktive Quelle in der Nähe des Tumors implantiert wird. Vor allem bei Gebärmutterkrebs und Zungen- oder Analkarzinom.
 
Brechzentrum: Nahe dem Atemzentrum gelegener Teil des Hirnstamms, der für die Auslösung von Erbrechen verantwortlich ist. Es handelt sich um ein „Zentrum“ eher im funktionellen als im anatomischen Sinn.
 
Bronchialkarzinom: Karzinom des Epithels der Bronchien; macht mehr als 50% aller Tumortodesfälle bei Männern aus. Nikotinmissbrauch ist für die meisten Fälle verantwortlich. Die häufigsten Symptome sind Husten, Dyspnoe und Hämoptyse – ähnlich wie bei Bronchitis – manchmal Anorexie, Müdigkeit oder Fieber. Metastasen sind häufig, vor allem in Brust, Nieren, Gebärmutter, Hoden, Schilddrüse oder der Lunge selbst. Der Tumor kann ein Kleinzellen-Karzinom (Oat-cell Karzinom) oder gelegentlich ein Adenokarzinom des Bronchialepithels sein. Er dringt in tiefere Schichten der Bronchialwand und der umgebenden Lunge ein und kann ein Horner- oder ein Pancoast-Syndrom verursachen. Falls kein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden kann, beträgt die durchschnittliche Überlebenszeit nach der Diagnose weniger als ein Jahr. Eine Resektion der Lunge oder eines Lungenlappens hat die beste Prognose, die 5-Jahres-Überlebenszeit beträgt aber nur 30%.
 
Brustkrebs, Mammakarzinom: Häufigster maligner Tumor bei Frauen. Das Auftreten variiert mit dem Alter – meistens zwischen 45 und 70 Jahren, unter 30 Jahren eher selten. Die meisten Tumore präsentieren sich als Brustknoten oder –abnormalitäten. Auch die Haut verändert sich oft: Orangenschalenhaut oder ekzemähnliche Veränderungen an der Brustwarze (Paget-Krankheit), die meistens auf ein intraduktales Karzinom hinweisen. Auch Ulzetrationen, Erytheme und venöse Vergrößerungen sind zu beobachten. Die
Metastasierung erfolgt lymphogen in die regionären Lymphknoten. Die Behandlung erfolgt mittels chirurgischem Eingriff mit adjuvanter Chemotherapie, Strahlentherapie, endokriner Therapie, abhängig von zahlreichen zu berücksichtigenden Faktoren.
 
 
 
Carbohydrat Antigen 19-9 (CA 19-9): Tumormarker, der die Diagnose von Kolon-, Rektum- und Pankreaskarzinomen unterstützt. Dient auch als Tumormarker für die Beurteilung des Therapieverlaufs.
Carbohydrat Antigen 125 (CA 125): Tumormarker, der bei Ovarialkarzinomen of erhöht ist. Der Plasmaspiegel dient zur Überprüfung der Reaktion auf die Behandlung.
Carcinoembryonales Antigen (CEA): Glykoprotein, das von fetalem Gewebe und in anormalen Mengen bei Kolon- und Rektumkarzinomen produziert wird. Erhöhte Werte werden auch bei Magen-, Brust-, Lungen- und Pankreastumoren beobachtet (siehe: Tumormarker).
 
Carcinoid: Tumor der enterochromaffinen Zellen (=Zellen des Gastrointestinaltraktes, die in histologischen Präparaten stark gefleckt sind; sezernieren Serotonin 5-HAT). Tritt meistens im Appendix oder Ileum auf, eine Ausbreitung zur Leber ist häufig. In diesem Fall sezernieren die karzinoiden Zellen große Mengen an 5-HAT und verursachen Hitzegefühl,, Borborygmus und Durchfall. Der Tumor wird meistens chirurgisch entfernt, langjähriges Überleben ist möglich.
 
Chemotherapie (=Zytostatikatherapie): Chemische Hemmung von Infektionserregern und Tumorzellen.
 
Chondrom, Chondroblastom: Benigner Tumor aus Knorpelgewebe, meistens an Händen und Füßen.
 
Chondrosarkom: Maligner Tumor der Knorpelzellen, meistens im Knochen, häufig in den langen Röhrenknochen oder im Becken.
 
Chromosom: Träger des genetischen Materials, das von einer Generation an die nächste weitergegeben wird. Es besteht aus DNA mit Doppelhelix. Ein Chromosom besteht aus einer Reihe von Genen. Während der aktiven Zellteilung werden die Chromosomen unter dem Lichtmikroskop sichtbar.
 
Chronisch: Beschreibung einer Krankheit, die lange dauert und meistens langsam fortschreitet.
 
CLL: Abkürzung für chronisch lymphatische Leukämie.
 
CML: Abkürzung für myeloische Leukämie.
 
Computertomographie: Röntgendiagnostisches, computergestütztes, bildgebendes Verfahren.
 
 
 
Desoxyribonukleinsäure (DNA, DNS): Fundamentaler Bestandteil der Chromosomen. Liegt als Doppelhelixstruktur vor, bei der Zuckerphosphat, etc. über Basenpaare verbunden sind. Es gibt vier Basen – die Purinbasen Adenin und Guanin und die Pyrimidinbasen Thymin und Zytosin.
 
Dexamethason: Kortikosteroider Wirkstoff, der oral oder intravenös verabreicht wird. in der Onkologie zur Behandlung einiger Karzinome eingesetzt, zB Lymphome oder bei Rückenmarkkompressionen, zerebralen Metastasen und schmerzhaften Hepatomegalien. Kann Ödeme verkleinern, die mit Tumorablagerungen in Zusammenhang stehen. Wird auch bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen verwendet. Häufig in Kombination mit anderen Antiemetika gegeben, da die Wirksamkeit von Wirkstoffen wie Metoclopramid und Ondansetron (Zofran®) durch Dexamethason erhöht wird.
 
Disseminiert: Im ganzen Körper ausgebreitet.
 
 
E 
Emesis: Erbrechen, manchmal fälschlicherweise verwendet, um sowohl Übelkeit als auch Erbrechen zu beschreiben. Orale Entleerung des Mageninhaltes aufgrund starker Kontraktion der Magen- und Atemmuskeln. Durch die Krebstherapie hervorgerufenes Erbrechen wird hauptsächlich der Freisetzung von 5-HAT zugeschrieben, das auf die Rezeptoren in Darm und Hirnstamm wirkt (siehe: 5-HAT; Brechzentrum, Chemorezeptor-Triggerzone).
 
Emetisches Potential: Das Ausmaß eines Wirkstoffes, Emesis zu verursachen. Chemotherapeutische Substanzen können ein geringes, mäßiges oder hohes emetisches Potential haben. Auch die Verabreichungsart eines Medikamentes beeinflusst das emetische Potential.
 
Epithelgewebe: Geschlossener ein- oder mehrschichtiger Zellverband mit wenig Interzellularsubstanz. Es bedeckt die äußere Körperoberfläche und kleidet die Hohlorgane und Körperhöhlen aus. Hochdifferenziertes Sinnesepithel bildet Drüsen und Teile der Sinnesorgane.
 
Ewing-Sarkom: Vom Knochenmark ausgehendes, hoch malignes Sarkom des Knochens, das vor allem Kinder und Jugendliche betrifft. [J. Ewing, 1866-1943]
 
 
 
Familiäre Polyposis des Dickdarms: Vorhandensein von multiplen Polypen im Dickdarm, meistens erblich bedingt. Eine maligne Entartung ist möglich.
            Fibrom: Bindegewebsgeschwulst, gutartiger Tumor, der aus Fibrozyten entsteht.
Fibrosarkom: Hartes, bindegewebsreiches Sarkom; bösartiger Tumor, der aus Fibrozyten entsteht. Tritt am häufigsten in den Gliedmaßen, vor allem in den Beinen auf. Fibrosarkome metastasieren in lokale Lymphknoten und in die Lunge. Trotz Behandlung mit Strahlentherapie und Amputation beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate nur 25%.
 
 
 
Granulozyten: Zu den Leukozyten gehörende Zellen.
 
 
 
Hämatemesis: Erbrechen von Blut.
Hämoptyse: Bluthusten; Blutspucken; das Aushusten blutigen Auswurfs oder reinen Blutes aus dem Rachen, der Lunge oder den Atemwegen.
 
Hämorrhagische Zystitis: Blutende Blasenentzündung. Kann durch Akrolein, einem Metabolit von Cyclosphosphamid und Ifosfamid verursacht werden.
 
Hemikolektomie: Chirurgische Entfernung etwa der Hälfte des Kolons wegen eines Karzinoms (oder wegen Crohn-Krankheit = Enteritis regionalis: Entzündung der unteren Ileumsegmente).
 
Hospiz: Institution, die sich auf die Betreuung von sterbenden Patienten, vor allem Krebspatienten, spezialisiert.
 
Hyperkalz(i)ämie: Extrem hoher Kalziumspiegel im Blut, oft bei Vorhandensein von Knochenmetastasen, aber auch durch hormonelle Auswirkungen bestimmter Karzinome, zB Lungenkarzinom.
 
Hyperplasie: Vergrößerung eines Gewebes oder Organs durch Zunahme der Zellzahl bei unveränderter Zellgröße (siehe: Hypertrophie).
 
Hypertrophie: Vergrößerung von Geweben oder Organen durch Zunahme des Zellvolumens bei gleichbleibender Zellzahl (siehe: Hyperplasie).
 
Hysterektomie: Entfernung der Gebärmutter (siehe: Wertheim-Operation).
 
 
 
Immunglobulin: Eine Klasse von Proteinen, die von B-Zellen des Immunsystems produziert werden. Sie bestehen aus zwei Paaren von Polypeptidkette – ein Paar aus leichten sowie ein Paar aus schweren Ketten. Haben als Antikörper Bedeutung.
 
Immunreaktion: Antigen-Antikörper-Reaktion, Immunantwort; komplexe Reaktion des Körpers auf ein Antigen: Bildung von spezifischen Antikörpern, Phagozyten, T-Lymphozyten und B-Lymphozyten, die bei der Inaktivierung des Antigens helfen. Das Immunsystem hat ein „Gedächtnis“, das zu einer schnelleren und wirksameren Reaktion führt, wenn es später wieder auf ein solches Antigen trifft. Dieses „Gedächtnis“ ist die Grundlage für Impfungen.
 
Immunsupprimiert: Hemmung des Immunsystems, entweder durch eine Krankheit oder durch Verabreichung von immunsuppressiven Wirkstoffen. Einige Substanzen (zB die meisten Chemotherapeutika) haben eine Immunsuppression als Nebenwirkung, andere (zB jene, die nach Organtransplantationen verwendet werden) sollen immunsuppressiv wirken
 
Immuntherapie: Beeinflussung immunologischer Reaktionen durch Immunglobuline, Immunsuppression oder durch Schutzimpfung (aktive Immuntherapie) oder unspezifische Immunstimulation: In einigen Fällen produziert der Körper Antikörper gegen seinen eigenen Tumor. In der Onkologie werden natürliche immunstimulierende Moleküle zur Verbesserung dieser Wirkung verwendet, zB Interleukine, die als Antwort auf virale Infektionen auf natürliche Weise von den Lymphozyten produziert werden. Die therapeutische Nutzung ist derzeit noch begrenzt.
 
in situ: Wörtlich: am natürlichen Ort. In der Onkologie beschreibt der Begriff ein Oberflächenkarzinom, das die Basalmembran noch nicht durchbohrt hat. Meistens Anfangsstadium eines Karzinomes.
 
Interferon(e): Spezifische Glykoproteine, die als Antwort auf virale und einige bakterielle Infektionen oder nach Antigenstimulation gebildet werden. Interferone stimulieren oder supprimieren das Immunsystem. Sie sind artspezifisch. Interferone werden in der Onkologie als biologische Therapeutika verwendet: zur Behandlung der Haarzellenleukämie, Erhaltung der Remission bei Myelomen und Modulation der Immunreaktion (stimulierend oder supprimierend).
 
Interleukin 2, IL-2: Ein Interleukin, das T-Lymphozyten stimuliert und das in der Krebsbehandlung eingesetzt wird. Zur biologischen Therapie bestimmter Krebsarten, vor allem von Nierenkarzinomen.
 
Invasion: In der Onkologie die Zerstörung von gesundem Gewebe durch einen malignen Tumor.
 
 
 
Kachexie: Verlust von Körpermasse – vor allem von subkutanem Fett und Muskeln – negatives Nitrogen-Gleichgewicht. Wird vermutlich durch eine Kombination von mehreren Faktoren verursacht u.a. verminderte Nahrungsaufnahme, bestimmte Therapien, maligne Tumoren, Stoffwechselstörungen und chronische Infektionskrankheiten.
 
Karzinogenese: Die Entwicklung einer Krebszelle aus einer gesunden Zelle.
 
Karzinom: Jeder maligner Tumor, der im Epithelgewebe entsteht.
Krebs: Allgemeine Bezeichnung für eine bösartige Neubildung (Tumor). Anormale und unregulierte Proliferation von Zellen mit Invasion und Zerstörung von umgebendem gesunden Gewebe. Krebszellen verbreiten sich über das Blut oder die Lymphbahnen in andere Körperteile und bilden dort Metastasen. Krebsarten werden nach dem Zelltyp, von dem sie ausgehen, klassifiziert (siehe Einteilung der Krebsarten). Der Name stammt von frühen Beschreibungen, in denen das krabbenartige Aussehen des Krebs betont wird.
 
 
 
Larynxkarzinom: Kehlkopfkarzinom, bösartiger Tumor des Larynx. Tritt fast ausschließlich bei starken Rauchern auf und steht auch mit starkem Alkoholkonsum in Zusammenhang. Häufiger bei Männer und Patienten über 60.
 
Lebensqualität, quality of life: Begriff, der in der Medizin, im Pflegedienst und den Sozialwissenschaften verwendet wird. Das Wohlergehen der Patienten und das Ergebnis der Behandlung wird anhand verschiedener Skalen gemessen, u.a.: physische Beschwerden (Symptome und Schmerz); funktionelle Aktivität; Wohlergehen der Familie; emotionelles Wohlergehen; Geist/Gemütsbereich; Zufriedenheit mit der Behandlung; Sexualität; sozialer Umgang.
 
Leukopenie: Verminderung der Gesamtzahl der weißen Blutzellen, oft durch zytotoxische Wirkstoffe verursacht.
 
Leukozytose: Vermehrung der weißen Blutzellen.
 
LH-RH-Analoge: Analoge des Faktors, der im Hypothalamus produziert wird. Richtigerweise auch Gonadotropin-Releasing-Hormon genannt (GvRH); kontrolliert die Sekretion von LH (luteinisierendes Hormon) sowie FSH (Follikelstimulierendes Hormon oder Follitropin) bei Frauen und von Testosteron bei Männern. Die Gabe von LH-RH führt über eine Hemmung von Rezeptoren in der Hypophyse (=negative Rückkoppelung) zu einer Abnahme der Blutwerte LH, FSH oder Testosteron. Wird bei Männern mit Prostatakrebs (der Tumor ist testosteronabhängig) und bei Frauen zur Behandlung von Brustkrebs verwendet.
 
 
 
Magenkarzinom: Magenkrebs, meistens Adenokarzinom (mit unterschiedlicher Differenzierung). Tritt bei Männern zweimal häufiger auf. Häufigkeitsgipfel: zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.
 
Mastektomie: Chirurgische Entfernung einer weiblichen Brust, meistens wegen eines Mammakarzinoms (siehe: radikale Mastektomie).
 
Malaena: Durch Krankheit (zB Karzinome) verursachte Blutungen im oberen Verdauungstrakt mit blutigem, teerigen Stuhl.
 
Melanom: Hochmaligner Tumor der Melanozyten (pigmentproduzierende Zellen der Haut). Meistens auf der Haut, aber auch in den Augen und auf den Schleimhäuten. Kann durch übermäßiges Sonnenlicht oder ultraviolette Strahlung verursacht werden. Die Prognose hängt von der Tiefe des Tumors bei der Diagnose ab.
 
Mesotheliom: Seltener maligner Tumor der Pleura. Steht mit Asbest in Zusammenhang.
 
Metastase(n): Sekundäre Tumore, die an anderen Körperstellen als der Primärtumor entstehen. Maligne Zellen können über das Blut, die Lymphe oder über Körperhöhlen wandern.
 
Mikrometastasen: Kleine Metastasen, die mittels klinischer Untersuchung oder herkömmlicher Diagnoseverfahren nicht entdeckt werden können.
Monoklonaler Antikörper: Antikörper, der im Labor aus einem einzigen Zellklon produziert wird. Ein Lymphozyt (Antikörper erzeugende Zelle) wird mit einer sich rasch teilenden (meistens Myelom-) Zelle verschmolzen. Der resultierende Hybrid teilt sich rasch und bildet homogene, monospezifische Antikörper (siehe: polyklonale Antikörper).
 
MRI: Magnetic Resonance Imaging oder Kernspinresonanztomographie.
Mucositis: Schleimhautentzündung (siehe: Stomatitis).
 
 
 
Neoadjuvante Therapie: Chemotherapie zur Verringerung der Tumormasse vor einem chirurgischen Eingriff oder vor der Strahlentherapie (siehe: adjuvante Therapie).
 
Neoplasmak: Neubildung von Gewebe, bezieht sich meistens auf einen Tumor oder ein Karzinom.
 
Nephroblastom: Wilms-Tumor. Ein bösartiger Tumor der Nierenrinde. Am häufigsten bei Kindern, meistens einseitig. Die Prognose ist gut.
 
Neutropenie: Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut; bei einigen Formen der Leukämie, nach chemo- oder Strahlentherapie, wenn >35% des Knochenmarks im Behandlungsfeld sind.
NMR, Nukleare Magnetresonanz, Kernspinresonanz: Nicht-invasives, bildgebendes Verfahren mittels Signalen, die von Molekülen, die in ein starkes magnetisches Feld platziert werden, ausgesendet werden (siehe: MRI).
 
 
 
Ösophaguskarzinom: Bösartiger Tumor der Speiseröhre. Ca. 5% aller Karzinome, bei Männern häufiger als bei Frauen. Meistens an den drei physiologischen Ösophagusengen lokalisiert.
 
Osteom: Gutartiger Knochentumor.
 
Osteosarkom: Bösartiger Knochentumor, vor allem bei Kindern, meistens im Oberschenkel. Wegen frühzeitiger Metastasen ist die Prognose schlecht. Der betroffene Knochen kann manchmal chirurgisch entfernt werden, sonst ist eine Beinamputation nötig.
 
Ovarialkarzinom, -tumor: Tumor des Eierstocks: Bis zu einem sehr späten Stadium meistens ohne Symptome. Behandlung durch chirurgische Entfernung des Tumors, danach Strahlen- oder Chemotherapie. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Tumoren, die früh diagnostiziert werden 60-70% und ist umso geringer, je weiter das Karzinom fortgeschritten ist.
 
 
 
Palliativa: Mittel, Therapie oder Pflege, die vorübergehende Linderung von Symptomen bringt, die Krankheit aber nicht heilt.
 
Pankreaskarzinom: Karzinom der Bauchspeicheldrüse. Tritt meistens als Adenokarzinom auf, bei Männern häufiger, vor allem zwischen 55 und 70 Jahren. Die Prognose ist schlecht: weniger als 10% der Patienten überleben ein Jahr nach der Diagnose; nur 2% überleben zwei Jahre.
 
Papanicolaou-Test (-Abstrich oder –Färbung): Test, um das Vorhandensein von Krebs oder Krebsvorstufen im Gebärmutterhals festzustellen. Wird mittels Abstrich aus dem Gebärmutterhals und einer speziellen Färbemethode durchgeführt. [G. Papanicolaou, 1883-1962]
 
Papillom: Vom Oberflächenepithel ausgehender gutartiger Tumor, mit viel Bindegewebe und papillärem Aufbau. Kann durch einen Virus verursacht werden.
 
Prästhesie: Kribbeln oder taubes Gefühl in den Fingern oder Zehen, auch Akroparästhesie genannt. Kann u.a. eine Nebenwirkung von Vincristin und Vinblastin sein.
 
Phäochromozytom: Seltener Tumor des chromaffinen Gewebes. Es sezerniert unregulierte Mengen von Noradrenalin, die erhöhten Blutdruck, Blässe, Schwitzen, Palpitationen, Kopfschmerzen und Brustbeschwerden verursachen. Meistens gutartig. Lokalisation: v.a. im Nebennierenmark, seltener im Bereich des Grenzstranges des Nervus sympathicus.
 
Philadelphia-Chromosom: Entsteht durch Translokation eines Stückes des langen Armes von Chromosom 22 auf Chromosom 9. Bei dieser Translokation wird ein Onkogen verschleppt und aktiviert. Dieser Prozess verursacht die CML.
Präkanzerose: Potentielles Vorstadium eines Karzinoms.
 
Prostatakarzinom: Krebs der Prostata. Häufigstes Symptom ist eine Harnwegsobstruktion. Kann durch die Kapsel in Knochen metastasieren, verursacht einen typischen Anstieg in saurer Phosphatase. Behandlung durch chirurgischen Eingriff oder Strahlentherapie. Einige Tumore werden durch Östrogene oder durch LH-RH- (GnRH-) Analoge kontrolliert.
 
 
 
Radikale Mastektomie: Bei fortgeschrittenem Brustkrebs; Entfernung der Brust, der darunterliegenden pektoralen Muskulatur und der Lymphknoten der Achselhöhlen (siehe: Mastektomie).
 
Rezeptor: Spezialisierter Teil der Zelle, meistens in der äußeren Membran, der einen biologischen oder synthetischen Botenstoff oder Liganden erkennt, sich an ihn bindet und durch ihn aktiviert wird. Bei einer Rezeptor/Ligandenbindung wird ein biologischer Prozess eingeleitet (siehe: Agonist; Antagonist; Liganden).
 
Röntgenstrahlen: Unsichtbare elektromagnetische Strahlen mit kurzer Wellenlänge, die entstehen, wenn Elektronen mit hoher Geschwindigkeit auf Schwermetall treffen. Röntgenstrahlen dringen tief ein und werden in der Medizin zur Diagnose und Therapie verwendet.
 
 
 
Sarkom: Jeder maligne Bindegewebstumor.
 
Screening: Untersuchung der Bevölkerung oder ausgewählter Bevölkerungsgruppen zur Früherkennung von Krankheiten. Ein erfolgreiches Screeningverfahren sollte Erkrankungen zuverlässig erkennen, bevor klinische Symptome auftreten (zB Pap-Test-Zervixkarzinom).
 
Seminom: Vom Keimgewebe ausgehender bösartiger Hodentumor: Seminome sind schmerzfreie, einheitliche Vergrößerungen eines (selten beider) Hoden. Behandlung mittels Orchidektomie und Strahlen-/Chemotherapie. Die Prognose ist meistens gut.
Staging: Bestimmung der Ausdehnung eines malignen Tumors. Es wird beschrieben wir groß der primäre Tumor ist, inwieweit umliegendes Gewebe betroffen ist und die Lymphknoten befallen sind. Staging unterstützt die Behandlung und Prognoseerstellung.
 
Stomatitis: Entzündung und Geschwürbildung der Schleimhaut im Mund. Häufige Nebenwirkung einiger Zytostatika.
 
Strahlentherapie: Behandlung von Tumoren mit ionisierenden Strahlen. Die Strahlung kann von außen kommen, gebündelt und auf den Tumor gerichtet werden. Es können aber auch kleine Mengen radioaktiven Materials direkt in den Tumor eingeführt werden.
 
Szirrhös, Szirrhus: Steinig oder hart; bösartige Tumore aus dichtem, fibrösen Gewebe.
 
 
 
Tamoxifen: Antiöstrogen, das zur Behandlung von östrogenempfindlichen Brusttumoren verwendet wird.
 
TNM-System: Klassifizierung der Internationalen Union gegen Krebs (International Union against Cancer). Es werden drei Faktoren bewertet: Ausdehnung des Primärtumors; Fehlen oder Vorhandensein von regionalen Lymphknotenmetastasen; Fehlen oder Vorhandensein von Fernmetastasen.
 
Tumor: Örtliche Zunahme von Gewebevolumen, Knoten oder Schwellung.
Tumormarker: Substanzen und zelluläre Veränderungen, die im Blut nachweisbar sind und mit einem ganz bestimmten Tumor in Zusammenhang stehen. Die Blutwerte dienen der Diagnose oder der Beurteilung des Behandlungsfortschrittes.
 
 
 
Ultraschall: Schall mit einer Frequenz, die über der Grenze des menschlichen Ohrs liegt (d.h. >20.000 HZ). Wird in der Medizin als diagnostisches, bildgebendes Verfahren verwendet. Die Echoimpulse des Ultraschalls werden von einem Computer in elektrische Impulse verwandelt und auf einem Bildschirm dargestellt (zB bei Embryos). Diagnostischer Ultraschall hat normalerweise 1-15 Millionen Hz.
 
 
 
Wertheim-Operation: Radikale chirurgische Entfernung bei Gebärmutter- oder Eierstockkarzinom. Entfernung der Gebärmutter, des umliegenden Gewebes und der Lymphknoten. Eileiter, Eierstöcke und der oberen Vagina. [E. Wertheim 1864-1920]
 
 
 
Zervikalkarzinom, Zervixkarzinom, Gebärmutterhalskrebs: Krebs der Cervix uteri (Gebärmutterhals). Zur frühzeitigen Erkennung werden regelmäßig zervikale Abstriche gemacht (siehe CIN).
 
 
Letzte Aktualisierung: 09.07.2015