Unterstützende Therapie

Unter supportiven Therapiemaßnahmen in der Onkologie versteht man einerseits Therapieverfahren, die Nebenwirkungen der Tumortherapie verhindern oder abschwächen. Andererseits werden unter diesem Begriff auch andere symptomatische Therapieformen zusammengefasst, wie z.B. die Behandlung einer Blutarmut, die Schmerztherapie oder die Therapie von Skelettmetastasen mit Bisphosphonaten.
 

Behandlung von Übelkeit und Erbrechen

Die unter einer Chemotherapie am meisten gefürchtete Nebenwirkung ist die Übelkeit (Nausea) bzw. das Erbrechen (Vomitus, bzw. Emesis). Mit den heute zur Verfügung stehenden modernen Medikamenten ist es nunmehr möglich, PatientInnen wesentlich besser vor Übelkeit und Erbrechen unter einer Chemotherapie zu schützen. Bei einem Großteil der PatientInnen ist es somit heute möglich, Übelkeit und Erbrechen während einer Chemotherapie gänzlich zu vermeiden.
 

Behandlung einer „Blutarmut“ (Anämie)

Bei KrebspatientInnen kommt es häufig zu einer sogenannten Blutarmut.
Diese kann eine Folge der Krebserkrankung selbst sein, aber auch durch die Krebstherapie (Chemotherapie, Strahlentherapie) verursacht werden, indem es vorübergehend zu einer eingeschränkten Produktion im blutbildenden Knochenmark kommt. Bei Auftreten einer „Blutarmut“ verspürt der/die PatientIn allgemeine Müdigkeit und Antriebslosigkeit; eine schwere Blutarmut führt aber auch zu einer Herz- Kreislaufbelastung.
Waren früher Bluttransfusionen die einzige Behandlungsform, so steht heute mit den Wachstumsfaktoren für die rote Blutzellen (Erythrozyten) eine neue Therapieform zur Verfügung. Diese Wachstumsfaktoren (Erythopoetin) werden in gewissen Abständen unter die Haut injiziert (subkutane Gabe). Damit wird die Produktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark angeregt.
In weiterer Folge kommt es zu einer Abnahme der oben angeführten Zeichen der Blutarmut und damit zu einer gebesserten Lebensqualität für den/die PatientIn.
 

Verminderte Bildung von weißen Blutkörperchen

Die Durchführung einer Chemotherapie führt meistens zu einer unterschiedlich ausgeprägten Verminderung der Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) im Knochenmark. Ungefähr am 10. Tag nach verabreichter Chemotherapie ist ihre Zahl am niedrigsten.
 
Die weißen Blutkörperchen sind für die Abwehr von Infektionen verantwortlich. Es besteht daher in diesem Zeitraum eine erhöhte Infektionsgefahr. Gerade zu Beginn einer Chemotherapie wird daher üblicherweise am 10. Tag das Blutbild kontrolliert, um gegebenenfalls rechtzeitig entsprechende Maßnahmen zu treffen. So kann z.B. durch die Gabe von Wachstumsfaktoren für weiße Blutkörperchen die Produktion im Knochenmark gesteigert werden.
Letzte Aktualisierung: 09.07.2015